Tief liegende Rasenwurzeln für ein starkes Grün

Genau wie ein stabiles Haus auf einem soliden Fundament steht, braucht dein Rasen ein starkes Wurzelwerk, um die Herausforderungen jeder Jahreszeit zu überstehen. Ich erkläre dir, wie du lange und tiefe Rasenwurzeln züchtest. Dein Rasen ist dadurch nicht nur resistenter, sondern erstrahlt so auch in einem saftigen Grün. Wie ist eine Rasenwurzel aufgebaut? Nachdem du […]

8 MIN 12 Aug
letzte Aktualisierung: 30 Sep 2022
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Genau wie ein stabiles Haus auf einem soliden Fundament steht, braucht dein Rasen ein starkes Wurzelwerk, um die Herausforderungen jeder Jahreszeit zu überstehen. Ich erkläre dir, wie du lange und tiefe Rasenwurzeln züchtest. Dein Rasen ist dadurch nicht nur resistenter, sondern erstrahlt so auch in einem saftigen Grün.

Wie ist eine Rasenwurzel aufgebaut?

Nachdem du Rasensamen ausgebracht hast, beginnen die kleinen Körner zu keimen. Dabei entstehen feine Faserwurzeln, die sich in die Erde graben. Sie bilden die Basis für das Wurzelwerk der Gräser. An jeder Faserwurzel wachsen dann Wurzelhaare, durch die Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen werden. Je nach Gräserart variiert die Struktur und Anzahl der Faserwurzeln und Wurzelhaare. Um auszutreiben werden ebenfalls Seitenwurzeln gebildet.

Rasendoktor Louis rät:

„Wusstest du, dass eine Rasenwurzel je nach Sorte 5 bis 15 cm lang werden kann? Wenn du deinen Rasen über Schotter oder einem steinigen Untergrund anlegst, achte darauf, eine entsprechend dicke Schicht an Grund zu verteilen. So hat der Rasen genügend Platz, um ein tiefes und stabiles Wurzelwerk zu bilden.“

Vorteile von tiefen Rasenwurzeln

Vertikutieren, Übersäen, Düngen, Bewässern – das sind alles Rasenpflege-Schritte, die für einen gesunden, resistenten und auch langjährigen Rasen sorgen. Doch eins wird gerne übersehen: starke und tiefliegende Wurzeln. Sie sind nicht nur die Basis deines Rasens, sondern haben weitere Vorteile:

  • Nährstoffversorgung: Je länger die Wurzeln, desto mehr Nährstoffe speichern sie. Das ist besonders nach dem Winter wichtig. Haben die Wurzeln vom Vorjahr noch Nährstoffe vorrätig, bekommt dein Rasen einen kleinen Schub, sobald es wärmer wird.
  • Hormon-Booster: Grashalme können nur wachsen, wenn sie von den Wurzeln versorgt werden. Sie sind besonders auf Wachstumshormone angewiesen. Diese werden von den Wurzeln produziert und an die Halme weitergeleitet. Je länger und kräftiger die Rasenwurzeln, desto gesünder und resistenter die Halme.
  • Stabilität und Schutz: Tiefliegende Wurzeln verankern sich im Boden fester als kurze, oberflächliche. Tobende Haustiere und spielende Kinder macht der Rasen daher besser mit. Auch beim Vertikutieren und Lüften wird wesentlich weniger Gras aus dem Boden gekämmt.
  • Wasserlieferant: Wenn es nicht regnet und du nicht jeden Tag bewässerst (dazu später mehr), wird nicht viel Wasser in der obersten Schicht des Bodens gespeichert. Lange Wurzeln erreichen mühelos den etwas tiefer liegenden Wasserspeicher. So übersteht dein Rasen auch kurze Dürreperioden.
  • Futterquelle: Der Grund in deinem Garten wird nicht nur von Rasenwurzeln bewohnt. Auch kleine Mikroorganismen tragen ihren Teil zum Milieu bei. Abgestorbene Wurzeln sind eine ideale Futterquelle. Ein perfektes System.
  • Natürlicher Bodenverbesserer: Beim Wachsen bohren sich Wurzeln durch die Erde. Dadurch entstehen kleine Tunnel, die den Boden locker halten. Dank dieser sogenannten Makroporen sickert Wasser besser ein und wird ideal gespeichert. Praktisch ist auch, dass Sauerstoff, Kohlendioxid und andere Gase effizienter ausgetauscht werden.

So unterstützt du den Rasen, lange Wurzeln zu bilden

Dein Rasen ist eine künstlich angelegte Grünflache. Entsprechend kannst du nicht darauf vertrauen, dass sich von Luft, Liebe und Rasensamen eine dichte Grasnarbe mit tiefem Wurzelwerk bildet. Doch keine Sorge; es gibt ein paar ganz einfache Tricks, die du direkt umsetzen kannst. Beginnen wir mit den Basics – der wichtigste Schritt, um starke und tiefe Rasenwurzeln zu züchten, verrate ich dir am Schluss.

Idealer Boden vereinfacht die Wurzelbildung

Sicher ist dir beim Spazierengehen schon aufgefallen, dass Pflanzen auf allen Oberflächen wachsen. Ich selbst freue mich immer, wenn ich kleine grüne Kämpfer sehe, die sogar vor trockenem Stein und Beton nicht haltmachen. Warum ist also gerade der Boden so wichtig, um starke Rasenwurzeln zu bilden?

Der Grund in deinem Garten ist je nach Zusammensetzung lehmig, sandig oder, im Idealfall, eine 50:50 Mischung aus beidem. Rasenwurzeln bilden sich am besten bei einem pH-Wert von etwa 6. Bei sandigem Boden liegt der Idealwert zwischen 5,5 und 6,5 und bei lehmigem Boden zwischen 6,5 und 7,5. Ist der Boden locker und gut gemischt, haben die Wurzeln die perfekten Bedingungen, um tief und kräftig zu wachsen. Es wird genügend Wasser in den unteren Schichten gespeichert. Die Wurzeln werden so angespornt, tief zu wachsen. Auf leichtem Boden, läuft der Wasserspeicher schneller ab und die Wurzeln sind aufs Bewässern eher angewiesen. Durch den Sand ist der Boden locker, weswegen sich die Rasenwurzeln weniger fest verankern können. Bei lehmigem Boden staut sich mehr Wasser an der Oberfläche. Sickert es nicht oder nur sehr langsam ab, können die Wurzeln faulen. Ein fester Boden erhöht ebenfalls den Widerstand. Das erschwert es den Rasenwurzeln, sich auszubreiten.

Rasendoktor Louis rät:

„Es ist gar nicht schwer, einen ideal gemischten Boden zu haben. Dafür musst du deinen Rasen nicht mal umgraben. Ist dein Boden zu sandig, verteile lehmigen Grund auf dem Rasen. Umgekehrt hilft Sand, festen Boden aufzulockern. Diese Methode ist am effektivsten, wenn du vorher mit einem Rasenlüfter mit Hohlzinken Erdspieße aus dem Boden stanzt. Der Sand oder der Grund gelangen so gleich in die Erde. Insekten, Wurzeln und kleine Erdgräber übernehmen den Rest.“

Rasenpflege zur richtigen Zeit

Du hast ein Rasenpflege-Programm? Super! Doch wenn es um die Bildung von Rasenwurzeln geht, ist weniger meist mehr. Vertikutieren, Lüften und übermäßiges Düngen solltest du erst mal sein lassen, wenn du frische Rasensamen ausgebracht hast. Deine Wurzeln brauchen Zeit, um sich tief in die Erde zu strecken. Idealerweise erledigst du diese Rasenpflege-Schritte bevor du Rasensamen verteilst. Dann ist die Grasnarbe und auch der Boden ideal versorgt und gepflegt.

Rasendoktor Louis rät:

„Halte Unkraut in Schach – vor allem, wenn du Rasensamen ausgebracht hast. Unkraut wächst schneller als Rasen und nimmt den Wurzeln wichtigen Platz zum Wachsen.“

Es ist auch wichtig, die Wachstumsphasen des Rasens zu berücksichtigen. Besonders nach dem Winter solltest du deinen Rasen erst mal in Ruhe erwachen lassen, bevor du deine Geräte aus dem Schuppen holst. Die ideale Bodentemperatur zum Wachsen liegt bei 10 bis 18 Grad. Gut gedüngt kannst du auch einen künstlichen Wachstumsschub außerhalb dieser Werte erzeugen. Unter 5 und über 25 Grad sind die Rasenwurzeln jedoch nicht wachstumsfreudig.

Phosphor für starke Wurzeln

Neben der idealen Temperatur brauchen Wurzeln auch die richtigen Nährstoffe. Viele davon sind bereits im Boden. Mikroorganismen tragen einen kleinen Teil zur Nährstoffzufuhr bei – doch die Rasenwurzeln sind besonders in der Wachstumsphase auf dich angewiesen. Mit einem phosphorreichen Dünger gibst du deinem Rasen genau das, was er braucht! Phosphor sorgt für eine starke Wurzelbildung. Aus feinen Wurzeln entwickeln sich so dicke und starke Stränge. In MOOWYs Rasen-Starterdünger ist zusätzlich Kalium enthalten, das die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten verbessert. Stickstoff und Magnesiumoxid unterstützen die Wurzeln anschließend, gesunde und resistente Halme zu bilden.
Möchtest du mehr über Rasendünger erfahren? In meinem Ratgeber NPK-Dünger – Anwendung, Vorteile und Infos erkläre ich dir genauer, auf was du bei der Auswahl eines Düngers achten solltest.

Phosphor regt das Wachstum der Rasenwurzeln an

Regelmäßig mähen

Rasenmähen bedeutet für deine Wurzeln besonders eins: Regenerierung. Die Schnittkante der gestutzten Halme muss umgehend repariert werden, um Rasenkrankheiten fernzuhalten. Die Wurzeln sind nach dem Mähen daher im Sondereinsatz, um sich und die Halme zu schützen – und das stärkt sie! Rasenmähen ist für Wurzeln also wie Gewichtheben im Fitnessstudio. Je öfter du mähst, desto stärker und tiefer wachsen die Wurzeln.

Richtig bewässern

Nun zur Königsdisziplin in Sachen Wurzelbildung: Das richtige Bewässern! Hast du frische Rasensamen ausgebracht, ist es wichtig, sie bis zum Keimen feucht zu halten. Ich rate, die Samen viermal täglich leicht zu bewässern. Darüber hinaus solltest du dich mit Bewässern jedoch etwas zurückhalten, denn gießt du deinen Rasen zu oft, bilden sich oberflächliche Graswurzeln.

Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Wurzeln strecken sich zur Wasserquelle. Bewässerst du deinen Rasen also täglich, gelangt genügend Wasser in die oberste Schicht des Bodens. Warum nach unten ausbreiten, wenn oben ständig genügend Wasser zur Verfügung steht? Wenn du also ein tiefes und stabiles Wurzelwerk bilden möchtest, entwickle eine Bewässerungsstrategie. Dein Rasen benötigt pro Woche 2,5 bis 4 cm Wasser pro Quadratmeter. Regnet es, brauchst du deinen Gartenschlauch oder Sprinkler nicht auszupacken. Andernfalls rate ich dir, maximal zweimal in der Woche zu bewässern (im Sommer natürlich mehr und öfters).

Bei gut gemischtem Boden sickert das Wasser in die tieferen Schichten und bildet einen Wasserspeicher. Dein Rasen weiß, wo er das nötige Wasser herbekommt. Die Wurzeln strecken sich gen Wasserspeicher und bilden so ein tiefes Wurzelwerk. Ganz schön clever. Durch richtiges Bewässern sparst du also nicht nur Zeit, Wasser und Geld, sondern stärkst deinen Rasen gleich mit. Wie du den Niederschlag richtig misst und deinen Rasen ideal bewässerst, erfährst du in meinem Ratgeber Rasen wässern leicht gemacht.

Richtige Bewässerung ist wichtig für die Wurzeln

So hältst du deine Rasenwurzeln gesund

Hast du tiefe und kräftige Rasenwurzeln gezüchtet, ist es nun wichtig, sie fit zu halten. Auch die Wurzeln deines Bestandsrasens profitieren von den folgenden Tipps:

Vertikutiere und lüfte dein Grün

Moos, organisches Material, Äste und Laub bilden mit der Zeit einen Filzteppich auf deinem Rasen. Diese Schicht verhindert, dass Luft in deinen Halmen zirkuliert und Sonnenstrahlen den Boden erreichen. Das Ergebnis: eine feuchte Rasenoberfläche. Die Wurzeln freuen sich nicht über diese Belastung. Zu viel Feuchtigkeit zieht schädliche Mikroorganismen an und die Wurzeln beginnen zu faulen.

Durch Vertikutieren und Lüften wirst du die Filzschicht jedoch wieder los. Beim Vertikutieren ritzt du die Grasnarbe an und ziehst so Moos, Unkraut und anderes ungewolltes Grün aus dem Rasen. Lüften hat einen ähnlichen Effekt. Die Grasnarbe wird zwar nicht angeschnitten, doch auch hier wird alles aus dem Rasen gekämmt, was nicht hineingehört. Dein Rasen kann wieder aufatmen und die Wurzeln wachsen.
In meinem Ratgeber Vertikutieren von Rasen: alles, was du wissen musst erkläre ich dir ganz genau, wann und wie du deinen Rasen am besten vertikutierst.

Vertikutieren zur Rasenpflege

Rasenkrankheiten fernhalten

Krank zu sein ist nichts Schönes. Auch dein Rasen ist platt und müde, wenn sich Schädlinge, Pilze und andere Rasenkrankheiten breit machen. Die Wurzeln funktionieren nicht mehr richtig und kämpfen ums Überleben. Von Wurzelbildung kann dann keine Rede mehr sein. Mit der richtigen Rasenpflege bleibt dein Rasen jedoch fit und die Wurzeln können sich aufs Wachsen und die Versorgung der Halme fokussieren.

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