Rasenkalk oder Branntkalk – Was ist besser?

Ich sage immer wieder: „Wer seinen Rasen liebt, pflegt ihn.“ Dazu zählt unter anderem das Rasen Kalken. Doch welcher Kalk ist der beste? Rasenkalk oder Branntkalk? Und wie baust du Rasen Kalken in dein Rasenpflege-Programm ein? Diese Fragen beantworte ich dir in diesem Artikel. Warum Rasen kalken? Rasen wird mit der Zeit immer sauerer. Die […]

6 MIN 09 Sep
letzte Aktualisierung: 30 Sep 2022
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Ich sage immer wieder: „Wer seinen Rasen liebt, pflegt ihn.“ Dazu zählt unter anderem das Rasen Kalken. Doch welcher Kalk ist der beste? Rasenkalk oder Branntkalk? Und wie baust du Rasen Kalken in dein Rasenpflege-Programm ein? Diese Fragen beantworte ich dir in diesem Artikel.

Warum Rasen kalken?

Rasen wird mit der Zeit immer sauerer. Die natürliche Zersetzung organischer Stoffe, Regen, Insekten und sogar die Zusammensetzung des Bodens tragen ihren Teil zum Versauern bei. Ein saurer Boden ist daher zwar natürlich, jedoch nicht erstrebenswert. Ist der pH-Wert des Bodens zu tief, werden wichtige Nährstoffe nicht richtig aufgenommen. Die Rasenwurzeln haben nicht genügend Kraft, um die Halme zu versorgen. Und genau da kommt Rasenkalk ins Spiel. Er ist basisch und hebt den pH-Wert des Bodens gezielt an. Dein Rasen wird wieder besser versorgt und gestärkt.

Rasenkalk beeinflusst Boden-pH
Den pH-Wert des Bodens kannst du mit einem Kit oder pH-Messer ermitteln | shutterstock

Der ideale Rasen-pH-Wert

Generell ist ein pH-Wert von 6 bis 6,5 für Rasen optimal. Hast du einen sandigen Boden, ist ein leicht saurer Wert von 5,5 bis 6,0 in Ordnung. Bei lehmigem Boden liegt der Idealwert bei 6,5 bis 7,5. Da du mit Rasenkalk den Boden entsäuerst, solltest du ihn also nicht ausbringen, wenn der Bodentest einen Wert von über 7,5 anzeigt. Dann ist dein Boden sehr schwer und komprimiert. Es ergibt also mehr Sinn, ihn mit einem Rasenlüfter mit Hohlzinken aufzulockern und Sand zu verteilen.

Übrigens: Viele Hersteller empfehlen, den Rasen etwa alle 2 bis 3 Jahre zu kalken. Ich rate dir jedoch davon ab! Denn genau wie die Rasenversauerung ein schleichender Prozess ist, solltest du auch die Entsäuerung nach und nach angehen. Hebst du den pH-Wert deines Bodens zu schnell an, kann der Rasen in einen Schockzustand fallen. Statt zu wachsen, sterben die Halme ab. Jährliches sanftes Kalken ist daher wesentlich schonender für deinen Rasen. Davon abgesehen dauert es nur wenige Minuten, den Rasen zu kalken. Eine komplette Sanierung dauert mit Vertikutieren, Lüften, Düngen, Rasenaussaat, Keimung und Wachsen jedoch 3 bis 4 Wochen.

Rasendoktor Louis rät:

„Bevor du deinen Rasen kalkst, solltest du eine Bodenprobe durchführen. Wie du das machst, erkläre ich dir in meine Ratgeber zum Rasen Anlegen.“

Was ist der Unterschied zwischen Rasenkalk und Branntkalk?

Branntkalk ist Calciumoxid. Es entsteht durch die thermische Zersetzung von Calciumcarbonat (Kalk) in Calciumoxid und Kohlenstoffdioxid. Branntkalk wird hauptsächlich in der Zahnmedizin zum Desinfizieren, auf Mülldeponien und im Bau beim Herstellen von Putz, Mörtel oder Kalkfarbe verwendet. Es ist ein stark basisches, weißes Puder. Da Branntkalk stark ätzt und reizt, sollte es nicht eingeatmet werden. Kommt es in Kontakt mit den Augen, kannst du sogar erblinden. Hört sich nicht gerade nach Rasenpflege an.

Kommt Branntkalk mit Wasser in Verbindung, entwickelt es sich zu Cacliumhydrocid | Lili Q./shutterstock

Du kannst deinem Rasen sehr schaden, wenn du Branntkalk verteilst! Denn in Verbindung mit Wasser entwickelt sich Calciumhydroxid, auch bekannt als Löschkalk. Dabei entstehen bis zu 180 Grad, die jegliche Feuchtigkeit einfach verdampft! Rasen, Pflanzen und Tiere werden dabei ebenfalls ziemlich effektiv zerstört.

Rasendoktor Louis rät:

„Schütte keinen Branntkalk in deinen Kompost! Er tötet die wichtigen Bakterien, die zum Zersetzen organischen Materials wichtig sind, und verlangsamt so den Prozess. Durch die extreme Wärmeentwicklung kann dein Kompost sogar brennen!“

Rasenkalk besteht im besten Fall zu 100 Prozent aus Calciumcarbonat, also Kalk. Günstiger Rasenkalk ist oftmals eine Mischung aus Kalk und Branntkalk. Achte deswegen darauf, reines Calciumcarbonat zu kaufen – zum Beispiel von MOOWY. Es wird vom Boden dankend angenommen und mit Zugabe von Wasser aktiviert. Der Boden wird nach und nach entsäuert. Wurzeln können Nährstoffe so wieder effizienter aufnehmen und an die Halme weitergeben. Doch Rasenkalk kann mehr! Er ist ideal, um Unkraut und Moos in Schach zu halten. Denn gesunder, dichter Rasen setzt sich effektiv gegen unerwünschten Bewuchs durch. . MOOWYs Rasenkalk besteht aus einem feinen Granulat, das sich leicht verteilen lässt. Der Vorteil von Granulat ist, dass der Wind es nicht wegweht.

Rasenkalk in Granulatform hat viele Vorteiel | aleori/shutterstock

Rasenkalk vs. Branntkalk

Rasenkalk ist also wesentlich sanfter zum Rasen. Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, habe ich dir die Produkteigenschaften in einer Tabelle noch mal zusammengefasst:

RasenkalkBranntkalk
Unbedenklich für Kinder und Tiere✔️
Wasserlöslich✔️
Reizt Augen und Lunge✔️
Starke Wärmeentwicklung✔️
Tötet Rasenkrankheiten, Pilze, Engerlinge und Insekteneier ab✔️
Schädigt den Rasen✔️
Granulat, wird schnell aufgenommen✔️
Pulverförmig, wird leicht verweht✔️

Wann ist Branntkalk sinnvoll?

Vielleicht fragst du dich, wieso Branntkalk dennoch als Gartenprodukt erhältlich ist? Die einfache Antwort: Weil er sehr effektiv ist! Jedoch nicht, um deinen Rasen in Schuss zu halten. Branntkalk wird oftmals eingesetzt, um brachen oder schwachen Boden wieder zum Leben zu erwecken. In Verbindung mit Wasser entsteht sehr viel Hitze, die Rasenkrankheiten, Pilze, Insekteneier, Schnecken, Engerlinge und Moos effizient bekämpft. Wenn du deinen Rasen also komplett neu anlegen oder dein Gemüsebeet umgraben möchtest, schaffst du mit Branntkalk eine perfekte Basis. Er ist jedoch stark reizend. Schütze deine Augen, Finger und Lunge daher mit der richtigen Ausrüstung.

Rasendoktor Louis:

„Branntkalk ist schlecht für Bestandsrasen, aber ideal, um rasenlosen Boden für gesundes Gras vorzubereiten. Wichtig ist, 4 bis 6 Wochen zu warten, um den Boden mit Düngern wieder aufzubauen. Timing und Dosierung sind die besten Freunde.“

Obstbäume erhalten einen Kalkanstrich, um Krankheitserreger und Schädlinge fernzuhalten | Serhii Fedoruk/shutterstock

Rasenkalk oder Dünger

Beides! Kalk und Dünger wirken sich unterschiedlich auf deinen Rasen aus. Somit ersetzen sie sich nicht gegenseitig. Je nach Dünger wird dein Rasen entweder gestärkt, bei der Fotosynthese unterstützt oder resistenter gegen Krankheiten usw. Die Hauptaufgabe von Kalk ist jedoch, den Säuregehalt des Bodens zu senken und ihn so in einen optimalen Bereich zu bringen. Beide Produkte haben daher bestimmte Aufgaben und dürfen in einem ganzjährigen Rasenpflege-Programm nicht fehlen.

Rasen gleichzeitig Kalken und Düngen?

Auf gar keinen Fall! Zwischen dem Kalken und Düngen müssen mindestens 3 Wochen liegen. Dann hat der Rasen genügend Zeit, das Produkt aufzunehmen und zu verarbeiten. Obwohl Dünger und Kalk essenziell für einen gesunden Rasen sind, vertragen sie sich nicht miteinander. Genauer gesagt hat Calciumcarbonat schwerwiegende Folgen auf einige Wirkstoffe, die im Dünger enthalten sind. Beispielsweise wird Stickstoff in Verbindung mit Kalk gasförmig und verpufft, bevor es vom Boden aufgenommen werden kann. Das ist nicht nur Zeit- und Geldverschwendung; es entsteht ziemlich fies riechendes Ammoniak. Ebenso negiert Kalk die Wirkung von Phosphat als auch sich selbst. Kommen beide Stoffe in Verbindung, entsteht Calciumphosphat. Es ist schwer löslich und verhindert, dass die Wurzeln das Phosphat aus dem Dünger als auch weiteren Kalk aufnehmen können.

Rasendoktor Louis:

„Vielleicht hast du andere Ratgeber gelesen, die empfehlen, dass zwischen Düngen und Kalken 6 bis 8 Wochen liegen sollen. MOOWYs Rasenkalk ist weniger aggressiv als herkömmlicher Rasenkalk. Er wird vom Boden wesentlich schneller aufgenommen und verarbeitet. Deswegen reicht es, im Abstand von 3 Wochen zu Düngen und zu Kalken.“

Rasenkalk ausbringen – So machst du’s richtig

Rasen Kalken ist sehr einfach. Du kannst rund ums Jahr Rasenkalk ausbringen, solange die Bodentemperatur nicht unter 5 Grad liegt. Mit meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung versorgst du deinen Rasen schnell mit Kalk. Der ideale Zeitpunkt ist im Spätherbst. Dann ist dein Rasen perfekt für den Winter vorbereitet und kann sich gut gegen Moos, Unkraut und Rasenkrankheiten durchsetzen.

  1. Stelle sicher, dass zwischen Rasen Kalken und Düngen mindestens 3 Wochen liegen.

  2. Sammele Laub, Äste, Steinchen und andere Störenfriede aus deinem Gras.

  3. Mähe den Rasen, aber nicht kürzer als 5 cm.

  4. Teile die benötigte Menge an Dünger in zwei Hälften auf. Bringe eine Portion längs und die andere quer über deinen Rasen aus.

  5. Teile die benötigte Menge an Dünger in zwei Hälften auf. Bringe eine Portion längs und die andere quer über deinen Rasen aus.

  6. Reche leicht über deinen Rasen, um den Kalk von den Halmen abzuschütteln.

  7. Bewässere deinen Rasen anschließend leicht. So wird der Kalk von den Halmen abgewaschen und schneller aufgenommen. Auch die Wirkung wird beschleunigt.

Rasendoktor Louis rät:

„Dein Rasen sollte beim Kalken trocken sein. Sind die Halme nass, aktiviert sich der Kalk direkt und kann das Gras verbrennen. Doch keine Sorge, das anschließende Bewässern schädigt den Rasen nicht.“

MOOWYs Rasenkalk ist für Kinder und Tiere unbedenklich. Du kannst deinen Rasen gleich nach dem Kalken wie gewohnt benutzen.

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