Winterschutz für den Garten – 7 Tipps für Anfänger und Profis

Vom Abdecken der Pflanzen mit Auflagen bis zur Zugabe von Dünger können meine 7 Strategien dazu beitragen, dass deine Pflanzen gesund ins neue Jahr starten.

7 MIN 06 Jan
letzte Aktualisierung: 06 Jan 2023
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Wenn die Tage kälter und die Nächte länger werden, kann es eine Herausforderung sein, Gartenpflanzen gesund und glücklich zu erhalten. Besonders empfindliche Pflanzen leiden im Winter oft unter den harten Bedingungen. Auch starke Temperaturschwankungen verlangen den Gartenpflanzen einiges ab. Egal, ob du ein erfahrener Gärtner oder ein Neuling bist; es gibt einige Tipps und Tricks, mit denen du deine Pflanzen im Winter fit und geschützt hältst.

Warum ist der Winter hart für Pflanzen?

Die kalten Monate können den Pflanzen aus mehreren Gründen zu schaffen machen. Eine der größten Herausforderungen sind die niedrigen Temperaturen. Je kälteempfindlicher die Pflanze, desto vorausschauender musst du sie auf den Winter vorbereiten. Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, kann das Wasser in der Pflanze gefrieren. Da Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt, platzen die Zellwände. Im Winter haben Gartenpflanzen jedoch auf den Überlebensmodus gewechselt und ihre Funktionen auf das Nötigste heruntergefahren. Jegliche Regeneration muss also auf den Frühling warten. Stark geschwächt werden es die wenigsten Pflanzen jedoch bis dahin überleben.

Eine weitere Herausforderung in den Wintermonaten ist der Mangel an Sonnenlicht. Einige Pflanzen wie Kakteen und Sukkulenten gedeihen auch in sonnenarmer Umgebung. Die meisten Pflanzen brauchen jedoch viel Sonnenlicht zum gesunden Wachsen. Du kannst die Wolken zwar nicht wegfönen, aber zumindest dafür sorgen, dass keine unnötigen Schattenspender wichtiges Licht fernhalten.

Tipp #01 – Gartengestaltung mit Köpfchen

Beachte bei der Planung deines Gartens nicht nur die sonnigen Monate, in denen du besonders viel Zeit in deinem Garten verbringen möchtest. Das macht das Überwintern wesentlich einfacher und sicherer. Bedenke zunächst, wie kalt es durchschnittlich im Winter in deiner Region wird und mit wie viel Schnee und Sonnenlicht du rechnen kannst. Das sind gute Anhaltspunkte für die Auswahl deiner Gartenpflanzen.

Die Pflanzen, die am meisten Schutz brauchen, gruppierst du am besten. Das macht das Schützen wesentlich einfacher, schneller und günstiger. Eine Mauer ist ein geschätzter Helfer, um deine Pflanzen vor starkem Wind und Schneerutsch zu schützen. Alternativ setzt du einige Pflanzen in Töpfe, die du im Winter ins Haus, Keller oder Garage stellen kannst.

Rasendoktor Louis rät:

„Kleine und langsam wachsende Pflanzen sind ideal zum Überwintern. Pflanze sie im Spätherbst, verpasse ihnen einen guten Winterdünger und schütze sie mit Decken vor Frost. Dazu später mehr im Artikel.“


Tipp #02 – Pflanze im Herbst

Möchtest du grün und ohne viel Arbeit in den Frühling starten? Dann solltest du im Herbst die Ärmel hochkrempeln. Neue und junge Gartenpflanzen brauchen Zeit, um sich einzuleben und auf den Winter vorzubereiten. Nutze die letzten warmen Wochen im Herbst, um Samen auszubringen. Auch Setzpflanzen solltest du nicht zu nahe am ersten Frost einpflanzen. 2 bis 3 Wochen sollten genügen.

Informiere dich über den Wuchs der Jungpflanzen und plane ihn in deine Gartengestaltung ein. Wäre doch schade, wenn du deine Pflanzen bereits in der nächsten Saison umsetzen müsstest. Das gilt auch für Bestandspflanzen. Setze sie um, falls sie im neuen Jahr mehr Platz zum Wachsen brauchen.

Rasendoktor Louis rät:

„Unterschätze die Kraft der Sonne nicht. Wähle Orte mit möglichst hohem Sonneneinfall – je nach Pflanze natürlich – und entferne vorm Winter unnötige Schattenspender. Schütze deine Pflanze zusätzlich vor Schneerutsch und Nagern.“


Tipp #03 – Achte auf die Winterhärte deiner Pflanzen

Wie aktiv möchtest du dich um deinen Garten kümmern? Die Antwort solltest du bei der Wahl deiner Gartenpflanzen miteinbeziehen. Jeder Pflanze wurde eine bestimmte Winterhärte zugeordnet, die in Gradwerten angegeben ist. Entsprechend brauchen die Grünlinge mehr oder weniger Wintervorsorge und Schutz in den kalten Monaten. Pflanzen aus den Tropen sind erstaunlich robust und überstehen auch kalte Witterung über einen langen Zeitraum. Hauspflanzen hingegen, die du im Sommer mit in die Sonne nimmst, solltest du dringend in einem hellen und kühlen Zimmer überwintern.

Winterschutz für den Rasen

Tipp #04 – Mulchen und Mulch-Alternativen

Oftmals sind es extreme Temperaturschwankungen und nasskalte Bedingungen, die den Pflanzen im Winter zu schaffen machen. Dieses Hin und Her kann die Wurzeln beschädigen – und sie sind schließlich das Herz deiner Pflanze. Mit Mulch schützt du den Boden und die darunterliegenden Wurzeln am einfachsten. Die Temperatur wird dadurch relativ konstant gehalten und schwankt nicht zu stark bzw. plötzlich.

Zum Mulchen nutzt du organische oder synthetische Materialien, wobei organischer Mulch für deine Pflanzen am besten ist. Organischer Mulch wie Rinde oder Kompost zersetzt sich mit der Zeit und führt dem Boden Nährstoffe zu. Synthetischer Mulch zersetzt sich nicht und ist daher nur zum Schutz vor extremen Temperaturen geeignet. Wenn du keinen Mulch verwenden möchtest, kannst du mit Stroh oder anderem groben Material eine Schutzbarriere schaffen. Achte darauf, eine Mulchdecke zu wählen, die den pH-Wert des Bodens nicht beeinträchtigt. Ideal dazu sind Stroh, Holzspäne oder eine Pflanzendecke.

Rasendoktor Louis rät:

„Der Mulch sollte schön locker sitzen. So kann Wasser besser absickern und friert nicht ein. Auch Sauerstoff staut Wärme. Sobald es schneit, solltest du den Mulch nicht mehr anfassen. Der Schnee wirkt wie eine zusätzliche Dämmschicht.“


Tipp #05 – Pflanzen Abdecken und Einwickeln

Schütze hochwachsende Pflanzen nicht nur an den Wurzeln, sondern auch an der Krone. Das geht am einfachsten mit Hauben. Die meisten laufen spitz nach oben, damit sich kein Wasser oder Schnee sammeln kann. Vlies ist die beliebteste Wahl. Wärme wird optimal gespeichert und die Pflanze zudem vor extremen Temperaturen geschützt. Hauben sind daher ideal für winterharte Pflanzen, die ein wenig Frost vertragen können. Du findest sie in jedem Gartenzentrum – und das Beste: Du kannst sie Winter um Winter wiederverwenden.

Je nach Pflanze sind Decken gute Alternativen. Achte beim Einwickeln deiner Pflanze darauf, keine flache Fläche zu bilden. Darauf könnte sich Wasser oder Schnee sammeln und die Deckenkonstellation zum Einsturz bringen. Das ist während des Winters denkbar ungünstig, denn die mögliche starke und plötzliche Temperaturschwankung kann der Pflanze sehr schaden. Wichtig ist ebenfalls, dass du die Luftzirkulation nicht komplett unterbindest. Ansonsten kann die Pflanze unter der Decke faulen.

Rasendoktor Louis:

„Schonmal an ein Hochbeet gedacht? Wie der Name schon sagt, sitzen die Pflanzen so in einem erhöhten Beet und werden vor Bodenfrost geschützt. In Gärten, die besonders schneidigen Wind abbekommen, kühlen Hochbeete jedoch auch schnell ab. Stelle sie gegen eine Mauer oder schütze sie zusätzlich mit einer spitz zulaufenden Plane. Kondensiertes Wasser läuft sicher ab und schädigt die Pflanzen nicht.“


Tipp #06 – Bringe im Herbst zusätzlichen Dünger aus

Im Winter möchten deine Pflanzen eins: Überleben! Sie fahren Wachstum und Regenration auf Null herunter, um Energie zu sparen. Je nach Pflanze nehmen die Wurzeln ab einer bestimmten Temperatur keine Nährstoffe mehr aus dem Boden auf – spätestens ab dem Gefrierpunkt. Deswegen ist es wichtig, dass sie alle essenziellen Nährstoffe vorm Winter erhalten.

Dabei ist es egal, ob du Flüssig- oder Granulatdünger verwendest. Ich empfehle immer natürliche Düngemittel und zusätzlich Kompost (falls vorhanden). Wenn du zu synthetischen Stoffen greifen möchtest, schütze deine Augen und Hände!

Rasendoktor Louis:

„Ich rate dir zum Pflanzen Überwintern unbedingt von Langzeitdüngern ab. Sie sind eher für den Sommer geeignet. Außerdem sind sie nicht mit den notwendigen Nährstoffen angereichert, die die Pflanzen zum Überwintern brauchen. Investiere je nach Pflanzengattung in einen guten Winterdünger.“

Auch deinen Rasen solltest du im Herbst mit den richtigen Nährstoffen winterfest machen. Mit meinen 6 Tipps geht das ganz einfach.

Tipp #07 – Beschneide deine Pflanzen

Kalt und krank ist nie eine gute Kombination – das gilt auch für Pflanzen. Wenn du dein Gartengrün möglichst gesund über den Winter bringen möchtest, solltest du es möglichst gesund in den Winter schicken. Das Mindeste ist, abgestorbene und kranke Ästchen abzuschneiden und deine Pflanze je nach Gattung zurückzustutzen. Dabei unterscheidest du zwischen immergrünen und laubabwerfenden Pflanzen.

Immergrüne Pflanzen

Immergrüne Pflanzen und Kakteen sind perfekt für die Wintermonate geeignet. Sie verlieren ihre Blätter und Nadeln im Winter nicht. Das bedeutet, dass sie mehr Nährstoffe speichern und so vor extremen Temperaturschwankungen und anderen harten Bedingungen besser geschützt sind. Sie sind daher besonders für Gartenanfänger geeignet.

Beim Rückschneiden im Herbst hast du 2 Optionen:

  1. Schüttele die Pflanze gut aus. Lose Blätter und Nadeln fallen so ab und enttarnen kranke Zweige und Äste. Schneide diese bis zum Anschlag zurück. Auch weniger bestückte Zweige kannst du sicherheitshalber abtrennen.
  2. Bringe die Pflanze in die gewünschte Form. Einige Gärtner ziehen es vor, Büsche und Zierpflanzen im Frühjahr zu trimmen. Ich rate dir jedoch dazu, diese Schönheitspflege im Herbst durchzuführen. Wie bereits im oberen Schritt entfernst du so gezielt schwache und kranke Äste und trimmst die Pflanze auf die stärksten Zweige zurück. Je gesünder die Pflanze, desto einfacher übersteht sie den Winter.

Laubabwerfende Pflanzen

Bei Laubabwerfenden Pflanzen und Obstbäumen gehst du vor wie bei den immergrünen Pflanzen. Büsche trimmst du in die gewünschte Form und Bäume entlädst du von kranken und abgestorbenen Ästen. So verhinderst du, dass sich im Winter Krankheiten wie Apfelschorf ausbreiten. Schütze sie zusätzlich mit Decken oder Hauben.

Rasendoktor Louis rät:

„Beim Zurückschneiden entstehen viele Wunden, von denen sich die Pflanze vorm Winter erholen muss. Andernfalls schickst du sie mit einer Schwachstelle in die kalten Monate, die den Pflanzen massiv schaden oder sogar absterben lassen kann. Halte deswegen ein Auge auf die Wettervorhersage und gib deinen Pflanzen etwa 2 bis 3 Wochen Zeit, sich bis zum ersten Frost zu regenerieren.“


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