Rasendünger, Rasenpflege, Rasensanierung & Reparatur,

Rasen überdüngt – was nun?

Rasendünger ist ein wichtiger Bestandteil der Rasenpflege. Nur die Dosierung muss stimmen. Wenn du zu viel Dünger ausbringst, läufst du Gefahr, den Rasen zu überdüngen. Die gleichmäßige Verteilung von Dünger ist nicht immer einfach. Das gilt insbesondere für Flüssigdünger.

8 MIN 23 Dez
letzte Aktualisierung: 22 Dez 2022
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In diesem Beitrag widme ich mich den Anzeichen und der Behandlung von überdüngten Gräsern. Also, keine Panik, wenn du deinen Rasen überdüngt hast! Gemeinsam bringen wir dein Grün wieder auf Vordermann.

Inhaltsverzeichnis:
  • Zu viel Dünger schadet
  • Anzeichen einer Überdüngung
  • Wie wird überdüngter Rasen wieder grün?
  • Überdüngten Rasen reparieren
  • Richtig düngen – das ganze Jahr über
  • Nie wieder Rasen überdüngen!
  • Anleitung Rasen düngen
  • FAQ

Zu viel Dünger schadet

Richtig dosiert versorgt Dünger den Boden und deinen Rasen mit wichtigen Nährstoffen. Wenn du jetzt fragst, warum zu viele Nährstoffe ein Problem darstellen, gehe ich gerne ins Detail.
Düngesalze enthalten genau das Futter, das dein Rasen zum Wachsen braucht. Wenn die Konzentration von Düngesalzen im Boden zu hoch ist, entziehen die Salze die Feuchtigkeit aus der Umgebung. Die Wurzeln können somit kein Wasser mehr aus dem Boden aufnehmen. Noch schlimmer: Die Düngesalze entziehen auch den Gräsern Feuchtigkeit. Genau deshalb sieht ein überdüngter Rasen so traurig aus.
Die Salze selbst richten bei einer Überdosierung den größten Schaden auch. Doch auch die Nährstoffe zeigen dann nicht mehr die eigentlich gewünschte Auswirkungen. Solange das Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium stimmt, bildet der Rasen starke Wurzeln und schicke Halme. Zu viel des Guten macht sich auf verschiedene Wege bemerkbar. Wie die Symptome eines überdüngten Rasens aussehen, hängt also davon ab, welcher Nährstoff überdosiert ist.

Bunter NPK-Dünger
In Maßen wirkt Dünger kleine Wunder für einen schönen, grünen Rasen | Andrey_Popov/shutterstock

Anzeichen einer Überdüngung

Wenn du deinen Rasen überdüngt hast und zu viele Düngesalze den Boden verderben, wird das zuerst an den Halmen sichtbar. Die Gräser sehen dann gelblich oder bräunlich aus und wirken verkümmert. Diese beschädigten Stellen sehen so aus, als wäre der Rasen durch zu starke Sonneneinstrahlung verbrannt. Deshalb wird bei einer Überdüngung auch von verbranntem Rasen gesprochen. Tatsächlich verbrennen die Gräser allerdings nicht, sie verdursten.

Zu viel Stickstoff im Rasen

Ein zu hoher Anteil an Stickstoff im Boden führt dazu, dass die Halme deines Rasens schneller wachsen als normal. Dieser Stickstoffüberschuss zeigt sich alsoan besonders üppig wucherndem Gras. Wachsen die Halme zu schnell, sind die Wurzeln schwächer ausgeprägt. Somit sind sie besonders anfällig für Schädlinge. Das kann zu einer Gelbfärbung und Verkümmerung der Halme führen.

Zu viel Phosphor im Boden

Eine Überdüngung des Rasens mit Phosphor führt dazu, dass die Gräser weniger Chlorophyll produzieren. Da Chlorophyll für ein sattes Grün in Rasen sorgt, macht sich ein Mangel direkt an einem blass-gelben Aussehen bemerkbar. Auch die Wurzeln können Schaden nehmen, da Phosphor den Sauerstoffaustausch erschwert.

Zu viel Kalium im Rasen

Wenn der Boden zu viel Kalium enthält, wird er anfälliger für Pilzbefall und Schimmel. Dieser Pilzbefall führt zu einer Gelbfärbung des Rasens. Auch hier können die Grashalme verkümmern und ihre typische Elastizität verlieren.

Wie wird überdüngter Rasen wieder grün?

Wenn du deinen Rasen überdüngt hast, kannst du glücklicherweise schnell etwas dagegen unternehmen. Falls du noch Düngerkörner im Rasen siehst, entfernst du diese einfach per Hand. Vergiss nicht, vorher Handschuhe überzuziehen. Außerdem hast du die Möglichkeit, überdüngten Rasen mit regelmäßigen Duschen zu behandeln. Gieße die betroffenen Stellen öfter und ausgiebiger als den Rest der Fläche. Das geht auch mit einer Gießkanne einwandfrei. Achte jedoch darauf, den Rasen nicht zu nass in die Nacht zu schicken.

Nährstoffe kannst du mit einer Gießkanne ausspülen | Martin Valigursky/shutterstock

Durch häufigeres Bewässern spülst du die Salze und einen Teil der Nährstoffe aus. Im Anschluss erholt sich der Boden und bietet Gräsern einige Zeit nach der Rasen-Überdüngung wieder einen guten Untergrund.

Überdüngten Rasen reparieren

Braune Flecken und kahle Stellen sehen natürlich nicht so schön aus. Sobald du den Boden wieder hergestellt hast, geht es also an die Reparatur. Je nachdem, wie groß die beschädigte Fläche ist, entfernst du das abgestorbene Material mit einem Rasenlüfter, Vertikutierer oder auch mit einer Harke. Anschließend füllst du die lichten Stellen mit Rasensamen auf und hältst sie etwa 14 Tage lang feucht. Junger Rasen braucht reichlich Wasser. Bewässere die Gräser im Anschluss etwa zweimal die Woche. Wie viel Wasser dein Rasen bei welchem Wetter braucht, steht in diesem Artikel: Rasen wässern leicht gemacht.

Richtig düngen – das ganze Jahr über

Je nach Nutzung empfehlen die meisten Experten, den Rasen drei- bis viermal im Jahr zu düngen. Ich schließe mich dem gerne an. Wichtig ist, dass die Nährstoffkomposition zu den Bedürfnissen des Rasens passt. Diese sind in jeder Jahreszeit etwas unterschiedlich.

Düngen im April

Im Frühling freut sich der Rasen über einen vergleichsweise hohen Stickstoffgehalt, der das Wachstum der Grashalme stimuliert. Ideal ist ein NPK-Wert von 12-5-5, also 12 Prozent Stickstoff, 5 Prozent Phosphor und 5 Prozent Kalium.

Düngen im Juni

Kurz vor dem Sommer erhöht Kalium die Widerstandskraft gegen Rasenkrankheiten. So übersteht dein Rasen die trockene Hitze besser. Empfohlener NPK-Wert: 14-5-10. 14 Prozent Stickstoff, 5 Prozent Phosphor und 10 Prozent Kalium.

Düngen im August

Für eine kleine Stärkung nach dem für den Rasen sehr stressigen Sommer kommt eine Ladung Kalium gerade recht. Stickstoff und Phosphor halten sich dafür in Grenzen. Der ideale NPK-Wert: 6-5-12. 6 Prozent Stickstoff, 5 Prozent Phosphor und 12 Prozent Kalium.

Düngen im Oktober

Im Oktober düngst du den Rasen vor allem, damit er den Winter gut übersteht. Auch hier ist ein hoher Kaliumanteil ausschlaggebend. Der NPK-Wert verändert sich zum August daher nicht: 6-5-12. 6 Prozent Stickstoff, 5 Prozent Phosphor und 12 Prozent Kalium.

Jungen Rasen düngen

Wenn du gerade Rasensamen ausgebracht hast und die Keimlinge unterstützen möchtest, benötigst du vor allem Phosphor. Dieser Stoff fördert eine gesunde Wurzelbildung und macht die Kleinen fit für ein langes Leben. NPK-Wert: 6-10-8. 6 Prozent Stickstoff, 10 Prozent Phosphor und 8 Prozent Kalium.

Rasendoktor Louis:

„In unserem MOOWY Rasendünger steckt auch immer ein wenig Magnesiumoxid zur Förderung einer gesunden Zellstruktur. Außerdem unterstützt MgO die Bildung von Chlorophyll – das sorgt nicht nur für eine schöne Farbe, sondern auch für optimierte Energiegewinnung durch Fotosynthese.“

Nie wieder Rasen überdüngen!

Um eine zukünftige Überdüngung des Rasens zu vermeiden, solltest du die Düngermenge, die du verwendest, an deine spezifischen Bodenbedürfnisse anpassen. Achte zusätzlich darauf, dass du Dünger mit einem ausgewogenen Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium wählst.
Langzeitdünger hat einen großen Vorteil, da er den Nährstoffbedarf deines Rasens über einen längeren Zeitraum hinweg deckt. Zudem kannst du durch regelmäßiges Mulchen den Boden feucht halten. Zusätzlich werden weniger Nährstoffe von Regenwasser weggespült und dadurch länger im Boden gespeichert.

Anleitung Rasen düngen

Befolge diese Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn du deinen Rasen in Zukunft nicht mehr überdüngen möchtest.

  1. Bereite die Fläche vor. Entferne dazu Äste, Laub und Steinchen mähe den Rasen auf etwa 4 cm.
  2. Wähle den richtigen Dünger aus. Achte darauf, dass er das gewünschte Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält und für deinen Boden geeignet ist.
  3. Wirf einen Blick auf die Dosierangaben auf der Packung. Bringe eine Hälfte der empfohlenen Menge quer und die andere längs über deinem Rasen aus. Achte darauf, dass du nicht zu viel verwendest. Du kannst den Dünger mit Dosierhilfen wie einem Streuwagen oder Handstreuer ausbringen. Per Hand geht auch, zieh am besten Handschuhe an.
  4. Gieße den Rasen anschließend gründlich.

Mit dieser Anleitung überdüngst du deinen Rasen nicht noch mal. Mehr Informationen zu der richtigen Dünger-Taktik findest du hier: Rasen düngen – Warum, wann und wie?

FAQ

Was tun, wenn der Rasen überdüngt ist?

Die beste Methode, gegen einen überdüngten Rasen vorzugehen, ist das Ausspülen der Nährstoffe mit reichlich Wasser. Wenn du regelmäßig gießt, kannst du so in etwa 4 Wochen neue Rasensamen nachsäen.

Wie sieht ein überdüngter Rasen aus?

Ein überdüngter Rasen hat oft gelblich oder bräunliche Halme. Manchmal werden vereinzelte Stellen auch gänzlich kahl. Außerdem wird Rasen, der mit zu vielen Nährstoffen gefüttert wurde, anfällig für Krankheiten. Pilzbefall ist daher auch ein mögliches Anzeichen für einen überdüngten Rasen.

Wie lange braucht überdüngter Rasen zum Erholen?

Es dauert etwa 4 Wochen, bis der überdüngte Boden wieder fruchtbar ist. Vorausgesetzt, du spülst die überdüngte Stelle im Rasen regelmäßig mit etwas Wasser nach. Warte mit dem Nachsäen also etwa einen Monat.

Möchtest du jetzt loslegen oder brauchst du mehr Infos?

Keine Panik! Überdüngter Rasen erholt sich wieder. Und wir machen schließlich alle Fehler – oder? Ich hoffe, mein Artikel konnte dir weiterhelfen. Wenn du noch Fragen zu diesem Thema oder ein anderes Rasen-Anliegen hast, melde dich gerne bei uns. Schreib uns einfach eine E-Mail an:

hello@moowy.de

Danke für deine Aufmerksamkeit und frohes Schaffen!

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