Kaffeesatz als Rasendünger – Wirklich gut für den Rasen?

Im Gegensatz zu echtem Rasendünger ist der Nährstoffgehalt von Kaffeesatz sehr gering. Wenn du deinen Rasen mit Kaffeesatz düngen möchtest, musst du ihn deshalb ausgesprochen häufig ausbringen.

6 MIN 21 Okt
letzte Aktualisierung: 11 Nov 2022
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Wenn du viel und gerne Kaffee trinkst, hast du neben einem leckeren Getränk auch einen exzellenten Dünger für deinen Rasen. Stimmt das? Kaffeesatz als Rasendünger hat einige Vorteile – doch leider überwiegen die Nachteile. Ich erkläre dir, wie Kaffeesatz auf deinen Rasen wirkt, auf was du achten solltest und wann ein Moosvernichter die bessere Wahl ist.

Wie wirkt Kaffeesatz?

Kaffeesatz hat sich bei vielen Hobbygärtnern als kleines Wundermittel breitgemacht. Getrocknet verteilt bringt er Rosen und andere Blumen zum Strahlen und hilft dabei, saftige Tomaten zu züchten. Auch Blattläuse und Ameisen werden mit diesem braunen Pulver erfolgreich vertrieben. Das liegt an den Nährstoffen im Kaffeesatz. Hauptsächlich macht sich das Kalium bemerkbar, das Pflanzen stärkt und Schädlingen und Pflanzenkrankheiten das Leben schwer macht. Aber auch die Antioxidantien im Kaffeesatz erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Zellwände. So können sich die Pflanzen ganz aufs Wachsen konzentrieren. Kaffeesatz wirkt sich bei verschiedenen Gartenpflanzen und Gemüse also äußerst positiv aus. Und bei Rasen?

Frau gibt Kaffeesatz in Blumentopf
Kaffeesatz macht im Beet oder Blumentopf eine gute Figur | Monthira/shutterstock

Vor- und Nachteile von Kaffeesatz als Rasendünger

Schauen wir uns also genauer an, ob Kaffeesatz wirklich so gut für deinen Rasen ist oder ob es bessere und effektivere Rasendünger gibt.

Vorteile von Kaffeesatz als Rasendünger

Kaffeesatz enthält alle Nährstoffe, die wichtig für deinen Rasen sind. Sie unterstützen die Wurzeln, stärker zu wachsen, sich besser gegen Rasenkrankheiten durchzusetzen und ein schönes Grün zu bilden. Genau betrachtet setzt sich Kaffeesatz wie folgt zusammen:

  • 2,0 % Stickstoff: Regt das Wachstum der Grashalme an
  • 0,4 % Phosphor: Stärkt die Wurzelbildung
  • 0,8 % Kalium: Verbessert die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
  • Antioxidantien: Unterstützt die Zellregeneration des Rasens
  • Gerbsäure: Verzögert oder verhindert die Keimung von Rasensamen (mehr dazu in den Nachteilen)


Kaffeesatz hebt auch den pH-Wert des Rasens an und erleichtert so die Nährstoffaufnahme – genau wie Kalk. Dieses braune Pulver hört sich also wie ein Wundermittel an, das alle Hauptwirkstoffe von Rasendünger vereint. Falsch angewendet, kannst du deinem Rasen aber mehr schaden, als Gutes tun.

Nachteile von Kaffeesatz als Rasendünger

Ich rate dir davon ab, deinen Rasen mit Kaffeesatz zu düngen. Du musst Kaffeesatz sehr oft verteilen, um nur ansatzweise an den Nährstoffgehalt eines Rasendüngers zu kommen. Ein weiteres Problem ist, dass Kaffeesatz einige Rasenkrankheiten anzieht. Das liegt daran, dass feuchter Kaffeesatz schnell schimmelt und dadurch anderen Rasenschimmel und Sporen anzieht. Das passiert besonders häufig, wenn der Kaffeesatz in der Grasnarbe liegt und nicht in die Erde eingearbeitet wird. In der Erde wird der Feuchtigkeitsgehalt des Kaffeesatzes besser reguliert. Auch sind viele Mikroorganismen am Werk, die den Kaffeesatz effektiver verwerten.

Wenn dein Boden bereits kalkhaltig, also einen pH-Wert von über 7 vorweist, solltest du ebenfalls keinen Kaffeesatz als Rasendünger verwenden. Kaffeesatz wirkt, im Gegensatz zu frischem Kaffeepulver, basisch auf Grashalme und -wurzeln. Ein zu hoher Boden-pH-Wert schädigt deinen Rasen jedoch und schwächt ihn. So haben Moos und Unkraut ein Leichtes, sich breitzumachen. In meinem Beitrag Gartenboden verbessern und analysieren verrate ich dir, wie du den pH-Wert des Bodens im Auge behältst und ihn korrigierst.

Rasenkante trifft auf Erdboden
Kaffeesatz ist kein geeigneter Bodenverbesserer für den Rasen | NinaMalyna/shutterstock

Ist dir schonmal aufgefallen, dass um einige Bäume nur wenig bis gar kein Gras wächst? Das liegt nicht nur am eventuellen Schatten, den die Blätter werfen. Viele Bäume geben Gerbsäure von sich, die auf den Rasen einen negativen Effekt hat. Genauer gesagt auf Rasensamen, denn die Gerbsäure verhindert oder verzögert die Keimung. Hast du mit deinen Rasensamen oder kurz zuvor Kaffeesatz verteilt, kannst du auf eine dichte Grasnarbe eventuell lange warten.

Kaffeesatz im Faktencheck

Möchtest du Kaffeesatz als Rasendünger dennoch ausprobieren? Dann musst du ihn relativ oft austeilen, um wirklich Ergebnisse zu sehen. Der Nährstoffgehalt ist im Gegensatz zu professionell zusammengestelltem Rasendünger sehr gering. Hier ist eine Vergleichstabelle:

NPKCaOMgOFe
Kaffeesatz2 %0,4 %0,8 %0 %0 %0 %
Universal Rasendünger6 %5 %12 %0 %2 %0 %
2-in-1 Moosvernichter und Rasendünger3 %7 %10 %0 %3 %8 %
Langzeit-Rasendünger14 %5 %10 %0 %2 %0 %
Rasendünger Frühling12 %5 %5 %0 %2 %0 %
Rasen-Starterdünger6 %10 %8 %0 %2 %0 %
Rasenkalk0 %0 %0 %100 %0 %0 %
Stickstoff: N – Phosphor: P – Kalium: K – Calciumoxid: CaO – Magnesiumdioxid: MgO – Eisensulfat: Fe

Kaffeesatz sorgt also im besten Fall für einen minimalen Wachstumsboost in deinem Rasen. Im Vergleich zu dem möglichen Schimmelbefall bei zu viel Feuchtigkeit, ist mir das Risiko zu groß, meinen Rasen mit Kaffeesatz zu düngen. Als Rasendoktor habe ich viele Jahre Recherche und Tests in meine eigenen Rasendünger gesteckt. Wenn du deinen Rasen von Unkraut und Moos befreien und zeitgleich stärken möchtest, empfehle ich dir meinen 2-in-1 Moosvernichter und Rasendünger.

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Sag Moos den Kampf – und zwar richtig!

Wenn Moos dein Problem im Rasen ist, solltest du nicht auf Kaffeesatz vertrauen. Zwar gilt Kaffeesatz gegen Unkraut im Rasen als ein Geheimtipp, doch wie du oben gesehen hast, ist ein extra präparierter Dünger wesentlich effektiver. Auch hält er Rasenkrankheiten fern, während feucht gewordener Kaffeesatz diese förmlich anzieht.

Damit dein Garten bald wieder frei von Unkraut ist und mit dem Rasen deines Nachbarn um die Wette grünt, ist die richtige Anwendung von Rasendünger essenziell. Ein leicht bewölkter Tag ist ideal, um ihn auszubringen. Die Bodentemperatur sollte mindestens 5 Grad betragen.
So wendest du ihn richtig an:

  1. Entferne Laub, Steinchen und Äste von deinem Rasen.
  2. Mähe den Rasen auf etwa 5 cm herunter – so gelangt der Dünger besser zum Boden.
  3. Teile die benötigte Menge Dünger in zwei Hälften auf.
  4. Verteile die eine Hälfte längs und die andere quer über deinen Rasen – das geht am besten mit unserem praktischen Handstreuer.
  5. Reche sanft über den Rasen, um das Düngergranulat von den Halmen abzuschütteln.
  6. Verpasse deinem Rasen eine ordentliche Dusche, damit der Dünger besser vom Boden aufgenommen wird.
  7. Freue dich auf einen saftig grünen und unkrautfreien Rasen.
    Rasendoktor Louis: „Übrigens, alle MOOWY Rasendünger sind für Tiere und Kinder unbedenklich. Du kannst deinen Rasen also gleich nach dem Düngen wieder betreten.“
Hand mit Rasendüngergranulat
Rasendüngergranulat kannst du ganz einfach per Hand ausbringen | LeviaUa/shutterstock

Fazit: Sollte ich auf Kaffeesatz als Rasendünger verzichten?

Ich rate dir davon ab, Kaffeesatz auf deinem Rasen zu verteilen. Sicher sind in dem Pulver einige gute Wirkstoffe drin, die sich positiv auf den Rasen auswirken können. Allerdings muss er dazu in den Boden eingearbeitet werden. Das geht am besten nach dem Vertikutieren oder Lüften, oder wenn du deinen Boden sowieso erneuerst. Allerdings werden bei diesen Schritten frische Rasensamen verteilt, um wieder eine dichte Grasnarbe zu bekommen. Die Gerbsäure im Kaffeesatz verhindert oder verzögert jedoch, dass die Rasensamen keimen. Reserviere Kaffeesatz also für deine Gartenpflanzen und Gemüse und überlasse das Stärken und Regenerieren von Rasen lieber einem dafür vorgesehenen Rasendünger.

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