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Wildgräser im Rasen erkennen und bekämpfen
Ein starker Rasen ist ein Gemisch aus unterschiedlichen – willkommenen – Gräsersorten. Die Betonung liegt hier auf „willkommenen“, denn es gibt auch Gräser, die nur die wenigsten in ihrem Garten haben wollen. Damit sind unter anderem Fremdgräser wie die Gemeine Rispe, Fingerhirse und Hahnenfuß gemeint. Wie du diese Wildgräser im Rasen erkennst, was du dagegen unternehmen kannst und wie du entstandenen Schaden beseitigst, verrate ich dir in diesem Artikel.
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- Wildgräser im Rasen – Gras ist nicht gleich Gras
- Gemeine Rispe (Poa trivialis) erkennen
- Fingerhirse (Eleusine coracana L.) erkennen
- Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
- Einjähriges Rispengras (Poa annua)
- Wolliges Honiggras (Holcus lanatus) erkennen
- Wildgräser im Rasen lassen
Wildgräser im Rasen – Gras ist nicht gleich Gras
In der Natur spielt es keine Rolle, ob Gräser den Winter überdauern, trittfest sind oder eine schöne Farbe haben. Solange sich genug Vertreter einer Sorte rechtzeitig vermehren, kommen sie trotz zahlreicher Mankos immer wieder. Wildgräser, die sich in deinen Garten einschleichen und stören, sind meistens einfach nur super in der Reproduktion. Ihre Farbe ist viel zu hell, sie trocknen schnell aus, hinterlassen braune Flecken und kahle Stellen. Wenn du das verhindern möchtest, solltest du so schnell wie möglich gegen Wildgräser im Rasen vorgehen. Zuerst gilt es, die unerwünschten Wildgräser zu identifizieren.
Gemeine Rispe (Poa trivialis) erkennen
Auf den ersten Blick sieht die Gemeine Rispe der Wiesenrispe zum Verwechseln ähnlich. Wer genauer hinschaut, erkennt allerdings zahlreiche Unterschiede.
Die Gemeine Rispe ist sehr hellgrün. Auf der Blattoberseite verlaufen zwei Rillen parallel zueinander. Zuerst wirken diese Wildgräser nur wie ein heller Fleck im Rasen. Mit der Zeit färbt sich der Stängel am unteren Ende rot. Zwischen den grünen Gräsern sehen die Stängel fast wie braune Flecken aus. Nach und nach bildet die Gemeine Rispe lockere, struppige Horste.
In freier Wildbahn werden diese Wildgräser zwischen 20 und 80 cm hoch. Die Blüte findet im Sommer von Juni bis Juli statt – auch wenn du den Rasen sehr kurz mähst, machen sich die feinen Ähren bemerkbar. Die Gemeine Rispe breitet sich zusätzlich über lange blättrige Kriechsprossen aus. Solltest du diese Wildgräser in deinem Garten bemerken, ist schnelles Handeln gefragt.
Gemeine Rispe entfernen
Staunässe bietet der Gemeinen Rispe hervorragende Wachstumsbedingungen. Der erste Schritt im Kampf gegen die unerwünschten Wildgräser ist daher die Beseitigung von den kleinen Pfützen in der Rasenfläche. Mit Sand kannst du diesbezüglich viel erreichen. Wenn die Ursache für die Staunässe in einem unebenen Boden liegt, ist es zunächst ratsam, den Boden zu ebnen.
Da die Gemeine Rispe rasant wächst, erobert sie kahle Stellen im Rasen in Rekordzeit. Hervorragende Rasenpflege und regelmäßiges Nachsäen sind daher sehr erfolgreiche Methoden, um die Ausbreitung der Wildgräser im Rasen einzudämmen. Bringe also 3- bis 4-mal im Jahr Dünger aus, verteile Kalk auf dem Boden, wenn der pH-Wert zu niedrig ist, und vertikutiere mindestens einmal im Jahr.
Vertikutieren, Lüften und Striegeln sind übrigens sehr effektiv gegen die Gemeine Rispe. Da sie sehr oberflächlich wächst, kannst du die Pflanzen so aus dem Boden ziehen. Im Anschluss unbedingt Rasensamen nachsäen.
Fingerhirse (Eleusine coracana L.) erkennen
Die Fingerhirse stammt ursprünglich aus Ostafrika. Typisch sind die hellgrünen, sehr breiten Halme. Auffällig ist auch die gerade Falte an der Mittelrippe. Dadurch heben sich diese Wildgräser im Rasen deutlich ab.
Meist findet die Fingerhirse im Sommer ein schönes Plätzchen im Rasen. Während die erwünschten Gräser durch Hitze und Trockenheit geschwächt sind, ergreifen die Wildgräser im Rasen ihre Chance. Etwa 24 Grad sind perfekt für diese Gattung. Rasensorten aus Samenmischungen stellen ihr Wachstum üblicherweise bei 25 Grad ein. Im Sommer hat die Fingerhirse deshalb beste Voraussetzungen, eine große Fläche einzunehmen.
Fingerhirse bekämpfen
Eine einzige Pflanze produziert bis zu 40.000 Samen. Diese bleiben über Jahrzehnte keimfähig. Hinzu kommt eine eindrucksvolle Resistenz gegen Unkrautvernichter. So breiten sich diese Wildgräser im Rasen rasant aus.
Die besten Methoden gegen Fingerhirse im Rasen sind daher mechanischer Natur. Wenn du gegen die Wildgräser vorgehen möchtest, solltest du den Rasen zunächst düngen, anschließend sehr kurz mähen und dann vertikutieren. Gut gedüngte Fingerhirse richtet sich auf. Mit dem Mäher schneidest du im Anschluss also ein gutes Stück der Pflanze ab. Den Rest entfernst du danach mit dem Vertikutierer.
Mit einer dichten Grasnarbe beugst du dem Fingerhirse-Befall am besten vor. Achte vor allem im Sommer darauf, dass du den Rasen mit ausreichend Wasser versorgst. So haben Wildgräser wie Gemeine Rispe und Fingerhirse kein leichtes Spiel.
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
Solange sie nicht im Rasen wachsen, sehen Butterblumen eigentlich ganz schön aus. Das einzige Problem: Diese Wildgräser im Rasen rauben Nährstoffe und hinterlassen oft gähnende Löcher.
Die Butterblume hat keine geraden Halme, sondern gefiederte Blättchen mit 3Teilen. Daher ist sie auch vor der Blüte schnell zu erkennen. Hahnenfuß verbreitet sich über Samen und Wurzelausläufer. Außerdem ist diese Pflanze mehrjährig. Das bedeutet, selbst der kälteste Winter schüttelt diese Biester nicht ab.
Unbeaufsichtigt wachsen Butterblumen bis zu 50 cm hoch. Nasse und schwere Böden gehören zu den bevorzugten Standorten. Wenn du Butterblumen in deinem Rasen entdeckst, rate ich dir dazu, schnell etwas gegen die Wildgräser im Rasen zu unternehmen.
Kriechenden Hahnenfuß entfernen
Wächst dein Rasen auf einem sehr schweren Boden, der zu Staunässe neigt? Dann empfehle ich dir, den Rasen zu aerifizieren und etwas aufzusanden. Dadurch wird der Boden lockerer, Niederschlag sickert schneller ein und Butterblumen fühlen sich nicht mehr ganz so wohl.
Außerdem kannst du manuell gegen Butterblumen vorgehen. Nimm dazu einen Wurzelstecher zur Hand und entferne die Pflanze komplett. Die Wurzeln liegen recht tief und sind gut verankert, mit dem Vertikutierer erreichst du deshalb keine angemessenen Ergebnisse.
Gegen Hahnenfuß gibt es wirksame Unkrautvernichter. Auf der Packung steht „gegen breitblättrige Unkräuter“. Bei vereinzelten Butterblumen ist der Einsatz chemischer Mittel nicht unbedingt notwendig. Wenn sich viele der Wildgräser im Rasen ausgebreitet haben, sind sie dafür sinnvoll.
Einjähriges Rispengras (Poa annua)
Kein anderes Süßgras ist so stark und weit verbreitet wie das Einjährige Rispengras. Ob am Straßenrand, zwischen Pflastersteinen, im Rasen oder auf Wiesen – es wächst einfach überall.
Wie der Name schon sagt, überlebt das Einjährige Rispengras den Winter nicht. Dafür halten die Samen Ewigkeiten durch und breiten sich im nächsten Jahr – oder in dem danach – aus. Poa annua erkennst du an der hellen grünen Farbe und dem horstartigen Wuchs. Die Halme sind recht breit und verunstalten vor allem Rasenflächen mit einer feinen Struktur.
Einjähriges Rispengras stiehlt anderen Gräsern die Nährstoffe und bildet eine große Menge anSamen. Es ist anfällig für viele Rasenkrankheiten wie Schneeschimmel und Wurzelfäule. Nicht zu vergessen: Bei Trockenheit färbt sich Poa annua in Windeseile braun. Das kann recht schnell passieren, da Einjähriges Rispengras sehr viel Wasser benötigt.
Einjähriges Rispengras bekämpfen
Da Poa annua sich schnell verbreitet, ist die Bekämpfung der Wildgräser im Rasen gar nicht so einfach. Mit dem Mulchen solltest du bei einem Befall zunächst aufhören. Nutze einen Fangkorb und entsorge den Rasenschnitt über den Müll. Ansonsten hältst du den Boden schön feucht und verteilst die Unkräuter über den Rasen.
Ein Wurzelstecher ist die wahrscheinlich beste Waffe im Kampf gegen Poa annua. Entferne so viel wie möglich von der Pflanze, sie hat tiefe Wurzeln, und entsorge die Reste über die Biotonne.
Was die Rasenpflege betrifft, rate ich dir zu langen Pausen zwischen den Bewässerungen. Da Einjähriges Rispengras viel Wasser braucht, macht es zuerst schlapp. Wie immer gilt: Fülle kahle Stellen schnell mit frischen Rasensamen auf und halte deinen Rasen gut gedüngt. Ein starker Rasen setzt sich besser gegen Unkraut durch.
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Wolliges Honiggras (Holcus lanatus) erkennen
Der Name Wolliges Honiggras lässt auf sehr sanfte, weiche Wildgräser im Rasen schließen. Diese Ungräser sind tatsächlich weich und behaart und fühlen sich einfach überall wohl. Durch ihre beispiellose Anspruchslosigkeit machen sie sich im Schatten und in der Sonne breit. Wobei schattige Plätze oft bevorzugt werden.
Wolliges Honiggras bildet Horste, hat einen violettfarbenen Stängel und sieht schlicht und ergreifend ziemlich traurig aus. Es wächst nicht dicht und selbst auf Futterweiden möchte keine Kuh davon fressen. Trotz des recht schönen Namens ist Wolliges Honiggras im Rasen leider nicht willkommen.
Wolliges Honiggras entfernen
Wenn du Wolliges Honiggras in deinem Rasen siehst, kannst du schon den Vertikutierer auspacken. Lüften oder Striegeln funktioniert auch, Hauptsache, die Fremdgräser im Rasen werden entfernt. Insofern nur wenig Ungräser auf deinem Rasen wachsen, ist die Beseitigung mit einem Wurzelstecher ebenfalls möglich.
Chemische Mittel gegen das Wollige Honiggras kann ich nicht empfehlen. Allerdings ist es hilfreich, den Boden einen Tick saurer als gewöhnlich zu halten. Ansonsten sind gute Rasenpflege und eine dichte Grasnarbe die besten Mittel gegen das Wollige Honiggras.
Wildgräser im Rasen lassen
Natürlich hast du auch die Option, die Wildgräser im Rasen wachsen zu lassen. Einige Gartenfreunde bevorzugen Naturwiesen, die für Bienen und andere nützliche Insekten auch gerne ein wenig länger wachsen dürfen. So eine Fläche ist allerdings nicht völlig anspruchslos und bedarf auch regelmäßiger Pflege. Du entscheidest, wie und wozu du deine Ressourcen wie Zeit und Dünger einsetzen möchtest. In jedem Fall wünsche ich dir viel Spaß im Garten.
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